Brandgefährliche Deko

Kamine ohne Schornstein werden immer beliebter. Einfach aufbauen und loslegen – das versprechen die Hersteller. Doch der Markt ist unübersichtlich. Deswegen gilt vor Kauf und Betrieb eines Ethanol-Kamins: Sicherheit steht an erster Stelle.

Falsche Wärmeversprechen

4090561_1832217_uebersichtsseiteEinen gemütlichen, wohlig warmen Kamin versprechen manche Anbieter sogenannter Bio-Ethanol-Kamine. Bei solchen Werbeversprechen zählen Details: Laut Experten muss der Anbieter darauf hinweisen, dass ein Kamin ohne Schornstein nicht zum Heizen dient. Andernfalls würden nämlich Regelungen greifen, die wesentlich mehr Vorgaben zur Sicherheit der Geräte machen.
Eine Stichprobe von test.de zeigt: Manche Anbieter erwecken in ihrer Werbung den Eindruck, der Kamin erzeuge genug Wärme für gemütliche Kaminabende. Das ist grundsätzlich auch nicht falsch, denn wo Feuer ist, ist auch Wärme. Allerdings entsteht beim Verbrennen des Ethanols Kohlenstoffdioxid und Wasser. Deswegen muss immer ausreichend gelüftet werden, was jeden Heizeffekt zunichte macht. Bei zumindest einem Anbieter fand sich sogar der Hinweis, dass ein Ethanol-Kamin in der Übergangszeit oftmals die Heizung ersparen könne. Tipp: Es gibt auch Anbieter, die ihre Werbung um diese wichtigen Angaben ergänzen. Sie weisen darauf hin, dass der Kamin nicht zum Heizen gedacht ist, und für ausreichend Luftzufuhr gesorgt werden muss.

Auf Sicherheitsprüfung achten

Wichtiger ist jedoch, dass die Geräte ausreichend geprüft worden sind. Ein GS-Zeichen erhalten Ethanol-Kamine bisher nicht, da es noch keine einheitlichen Prüfregeln dafür gibt. Ein Entwurf für eine entsprechende DIN-Norm gibt es schon. Möglich ist es derzeit für Hersteller, ihre Kamine beispielsweise beim TÜV prüfen zu lassen. Dieser testet die Kamine auf ihre Sicherheit: Bleiben die Flammen im Kamin? Wie heiß werden die Außenwände? Wie lange braucht der Kamin, um abzukühlen? Wie gut ist die Dokumentation, die den Geräten beiliegt? Besteht ein Gerät die Prüfung des TÜV, kann der Hersteller Kunden den Prüfbericht vorlegen.
Tipp: Wenn Sie vom Kauf nicht absehen wollen, fragen Sie nach einem Prüfbericht eines unabhängigen Prüfinstituts und lassen Sie ihn sich vorlegen. Nur ein solcher Bericht ist zuverlässig. Verlassen Sie sich nicht alleine auf Zeichen auf der Verpackung oder in der Werbung. Sie sind leicht aufzudrucken.

Vor dem Kauf genau informieren

Auf dem Markt sind unterschiedlichste Ethanol-Kamine. Manche lassen sich nicht „abstellen“: Sie brennen in jedem Fall so lange, bis das Ethanol verbraucht ist. So lange müssen Sie die Flamme überwachen. Andere lassen sich löschen, indem die Luftzufuhr zur Flamme unterbrochen wird. Hier bleibt das restliche Ethanol im Kamin. Auch das kann in seltenen Fällen beim nächsten Entzünden gefährlich werden: Es könnten sich zündfähige Gasgemische in größeren Mengen bilden.
Tipp: Lassen Sie sich in jedem Fall den Kamin vorführen und Sicherheitshinweise geben. Achten Sie vor allem auf die Brennwanne. Wichtig ist, dass die Flamme jederzeit sichtbar ist. Bei manchen Kaminen brennt im Innern Watte weiter, auch wenn die Flamme von außen nicht mehr sichtbar ist.

Gefährlicher Brennstoff

Lassen Sie sich nicht täuschen: Zwar besteht Bio-Ethanol in der Regel zu zirka 95 Prozent aus pflanzlichen Alkoholen. Es ist jedoch ein sogenanntes Vergällungsmittel zugesetzt. Bei Ethanol handelt es sich um einen Brennstoff, der offen stehend bei Temperaturen über 21 Grad Celsius zusammen mit Luft ein leicht entzündliches, sogar explosionsfähiges Gemisch bildet. Ethanol wird auch ganz gezielt als Brandbeschleuniger eingesetzt. Läuft Ethanol zum Beispiel während des Befüllens aus und entzündet sich, brennt schnell der ganze Raum lichterloh.

Inzwischen haben sich die Hersteller auf eine DIN-Norm geeinigt. Diese ist jedoch noch nicht veröffentlicht. Der Entwurf der DIN 4734 schreibt Kriterien vor, die mit Ethanol befüllte dekorative Geräte mindestens erfüllen müssen. Zum Beispiel: eine maximale Verbrennmenge von 0,5 Litern Bio-Ethanol pro Stunde, festgelegte und geprüfte Standsicherheit, eine Auffangwanne für überlaufendes Ethanol sowie Höchsttemperaturen an den Außenwänden.

Das sollten sie beim Umgang mit Ethanol beachten:

Quelle: test.de

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