Atemschutz

Die Hilfe und der Schutz des Nächsten ist nach wie vor die hoheitliche Aufgabe der Feuerwehren. Dies kann jedoch nur geleistet werden, solange die freiwilligen Helfer und Helferinnen selbst bei einwandfreier Gesundheit sind. Um dies sicher zu stellen hat auch im Bereich der Feuerwehren der Schutz durch den Einsatz von Atemschutzgeräten Einzug gehalten. Grundsätzlich wird hierbei in drei Kategorien unterschieden:Filter

Die Freiwilligen Wehren verfügen im Allgemeinen über die ersten beiden Varianten, welche entweder separiert, im Falle der Filtergeräte, oder kombiniert für den Einsatz der Pressluftamter verwendet werden. Galt früher noch zum Schutz „Taschentücher vor Mund und Nase“, so ist dies bereits seit dem späten 20. Jahrhundert überholt. Aufgrund der sich stetig ändernden Materialien, welche auch im normalen Hausgebrauch verwendet werden, war es unumgänglich den Bereich Atemschutz massiv anzupassen. Dies wurde einerseits durch den Einsatz von Masken, welche durch Filter ergänzt werden können, erreicht. Andererseits aber auch durch den Anschluss eines von der Umgebungsluft autarken Flaschengerätes. Die gängigsten, bei den Freiwilligen Feuerwehren verwendeten Geräte sind:

Waren die Anfänge noch recht konservativ und zurückhaltend hinsichtlich der Beschaffung und des Einsatzes, so ist dieser doch immens wichtige Schutzbereich heute nicht mehr aus dem alltäglichen Einsatzgeschehen wegzudenken. Nachdem bei der Feuerwehr Kronau die ersten Geräte im allgemeinen feuerwehrtechnischen Gerätebereich integriert wurden, mussten im Laufe der Jahre entsprechende Anpassungen vorgenommen werden. Die Anzahl der Geräte musste drastisch nach oben korrigiert werden, hierfür benötige man dementsprechend auch das gesundheitlich geeignete und technisch ausgebildete Personal. Die gesundheitlichen Voraussetzungen werden durch eine turnusmäßige ärztliche Untersuchung (G26.3) sowie die fachliche Ausbildung durch den Lehrgang „Atemschutzgeräteträger“ an der Landesfeuerwehrschule Baden – Württemberg sichergestellt.Atemschutzmaske

Der Wartungs- und Pflegeaufwand wuchs gemäß der Anzahl der Geräte ebenso. Wie bei allen technischen Bauteilen, so unterliegen auch die Atemschutzgeräte regelmäßigen Wartungen und Prüfungen, die absolut einzuhalten sind. Denn sind wir uns über eines klar: Ein nicht einwandfrei funktionierendes Atemschutzgerät stellt ein gesundheitliches Risiko für dessen Träger dar. Aus diesem Grund wurde auch der Bereich Atemschutz aus dem „normalen“ feuerwehrtechnischen Bereich extrahiert und als separate Sparte ausgewiesen. Aufgabe der in dieser Sparte tätigen Feuerwehrangehörigen ist es, den aktuellen Bestand gemäß den Richtlinien und Herstellervorgaben hinsichtlich kontinuierlicher Wartung, Reinigung, Prüfung und Reparatur sowie ggf. notwendiger Ersatzbeschaffungen zu unterziehen bzw. zu initiieren. Ferner gehören die Überwachung der Einsatztauglichkeit der Kameradinnen und Kameraden sowie regelmäßige Aus- und Weiterbildungen zum Spektrum dieses Bereiches.

Nachdem nun die für den Einsatz notwendige Anzahl an Geräten vorhanden war, mussten ebenso die Richtlinien beachtet werden. Basierend hierauf ist es nicht ausreichend ein Gerät und dessen Bauteile wie beispielsweise Lungenautomat sowie die zugehörigen Masken zu reinigen und zu trocknen. Vielmehr muss nach JEDEM Gebrauch:

Um die Geräte und Masken auch prüfen zu können, wurde bereits im Jahr 1995 ein mechanisches Prüfgerät angeschafft, welches seine treuen Dienste bis zum Jahr 2011 leistete. Die sich stetig wandelnde Technologie hat auch diesen Bereich erfasst. Zum Einen fand in technischer Hinsicht, zum Anderen aber auch im Bereich Handhabung der Geräte eine erhebliche Verbesserung für die Atemschutzgeräteträger sowie für die Gerätewarte statt. Dies bedeutet jedoch auch eine „erhöhte“ Störanfälligkeit und ferner detailliertere Prüf- und Wartungszyklen. Aufgrund dieses Sachverhalts und des sehr zeitintensiven Aufgabenspektrums sind bei der Feuerwehr Kronau aktuell vier Kameraden in diesem Bereich tätig. Die Voraussetzungen hierfür sind zum Einen selbst Truppführer und Atemschutzgeräteträger zu sein und zum Anderen den Lehrgang „Atemschutzgerätewart“ an der Landesfeuerwehrschule absolviert zu haben. LQ400

Im Jahr 2011 konnten wir einen großen Schritt in Richtung Vereinheitlichung der Geräte gehen. Waren in der Vergangenheit Produkte mehrerer Hersteller im Gebrauch, so konnten wir diesen Zustand, bis auf die Ausnahme der Masken, ausgleichen und ferner die Prüfgegebenheiten heutigen Standards angleichen. Mit dem neu beschafften Prüfgerät Labtronic 400 erfolgen die Vorgänge vollautomatisch und angebunden an die EDV. Die Messdaten werden automatisch gespeichert und per Schnittstelle in die Feuerwehrsoftware MP-Feuer und auf den zentralen Datenserver übernommen.

Aufgrund des vorbildlichen Umstandes, dass wir durch die jüngsten Investitionen in diesem Bereich ausreichend Gerätschaften zur Verfügungen haben, stellen auch größere Übungen und Einsätze keine Gefahr für die weitere Einsatzbereitschaft dar. Um die hygienischen wie arbeitsrechtlichen Vorgaben einzuhalten, können die Fahrzeuge sofort mit den notwendigen Geräten bestückt werden. Aus diesem Grund besteht keine Verzögerung der Einsatzbereitschaft. Die verwendeten Gerätschaften können im Anschluss gereinigt, geprüft und ggf. gewartet werden, bevor sie auf den neu beschafften Rollcontainer verlastet werden. Auch im Bereich der Befüllung der Atemluftflaschen sind wir dank der Kooperation zur örtlichen Tauchschule Seahorse absolut flexibel aufgestellt.