Florian Kronau 44 in Dienst gestellt

IMG_0377Rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche bereit zu sein, Leben zu retten, Sachwerte zu schützen oder technische Hilfe zu leisten, das zeichnet Feuerwehrfrauen und –männer aus. Zu dieser persönlichen Bereitschaft gehört aber auch eine moderne bedarfsgerechte Ausstattung, nur dann können Einsätze rasch und erfolgreich bewältigt werden.

Mit der Indienststellung des neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs HLF 20/16 vergangenen Sonntag verfügt die Kronauer Feuerwehr über ein Einsatzmittel, das mit modernster Lösch-, Rettungs- und Hilfetechnik an Bord dieser Forderung gerecht wird. Die Einsegnungs- und Übergabefeier im Kronauer Feuerwehrhaus fand reges Interesse. Neben zahlreichen Einwohnern nahmen die Mitglieder des Gemeinderats, einige Rathaus- und Bauhofmitarbeiter und Vertreter der örtlichen Vereine, allen voran Josef Wittek, Kopf der Arbeitsgemeinschaft der Kronauer Ortsvereine teil. Dass das gesamte Personal der Feuerwehr, angefangen bei der Jugend, über die Einsatzabteilung bis hin zur Altersmannschaft angetreten war, versteht sich von selbst. Der Fanfarenzug der Feuerwehr Kronau steuerte die musikalische Umrahmung bei.

Die regionale Feuerwehrwelt war durch alle drei Stellvertreter von Kreisbrandmeister Thomas Hauck, als Geburtstagsjubilar an diesem Tag entschuldigt, vertreten. Kreisfeuerwehrverbandschef Rudolf Dieterle, der Unterkreisführer Kraichgau Harald Hendel sowie zahlreiche Feuerwehrkameraden aus benachbarten Ortschaften waren ebenfalls zur Stelle. Sie alle konnten von Kommandant Bernd Eder und Bürgermeister Jürgen Heß vernehmen, welch ein langer und arbeitsreicher Weg ab der ersten Beschaffungsplanung im Spätjahr 2007 zu bewältigen war, um das insgesamt 361.000 Euro teure Spezialfahrzeug – die Gemeinde trägt hiervon abzüglich der Zuschüsse 232.000 Euro – am Nikolaustag 2009 offiziell in Dienst stellen zu dürfen.

Seine eigentliche „Feuerprobe“ hatte der Rettungsbolide samt Besatzung bereits einige Tage zuvor bei einem Kaminbrandeinsatz gemeistert. Feuerwehrchef Bernd Eder dankte dem Gemeinderat und besonders Bürgermeister Jürgen Heß, dass alle Anliegen der Feuerwehr Kronau stets auf offene Ohren stoßen. Ortsoberhaupt Jürgen Heß stellte im Gegenzug die Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit der Feuerwehr und die Wandlung des Einsatzspektrums von Brandbekämpfung hin zu hochtechnisierter Hilfeleistung heraus. Die zunehmende Attraktivität der Kronauer Wehr, die einen erfreulichen Zuwachs an Einsatz- und besonders Nachwuchskräften aufweist, lobte er besonders. Das neue Fahrzeug passe genau in diese Aufbauphase. In seinen Dank rund um die Fahrzeugbeschaffung schloss er die aktuelle und vorangegangene Feuerwehrführungsriege ein, ohne deren Wissen die Fahrzeugplanung nicht möglich gewesen wäre. Stellvertretend für die Verwaltung fand Feuerwehrsachbearbeiter Andreas Henninger lobend Erwähnung, ebenso wie Andreas Heinzinger, der als Repräsentant der Herstellerfirma Ziegler den weiten Weg aus Giengen a.d. Brenz nach Kronau nicht gescheut hatte. Seine Rede schloss der Bürgermeister mit dem Wunsch, dass alle Aktiven, die das Fahrzeug zu Übungen und Einsätzen besteigen, immer wohlbehalten in das Feuerwehrhaus und zu ihren Familien zurückkehren. Die Glückwünsche von Landrat Dr. Christoph Schnaudigel überbrachte der stellvertretende Kreisbrandmeister Klaus Mayer. Feuerwehrlaien sollen sich das Fahrzeug als überdimensionales rotes Schweizer Taschenmesser vorstellen. Dessen universelle Einsetzbarkeit durch Hightech brächte erhöhte Anforderungen für die Besatzung mit sich, stellte er fest. Angesichts der hohen Motivation und umfassenden Ausbildung der Kronauer Wehrleute stelle dies aber kein Problem dar.

Unterstützt von Feuerwehrangehörigen, die Fürbitten vortrugen, nahm anschließend Rektor Christian Heß die Einsegnung vor. Wegen seiner besonderen Verbundenheit zu den Floriansjüngern war es Wunsch der Wehr an den Geistlichen die Einsegnung vorzunehmenden. Bereits zuvor hatte Christian Heß den Hauptgottesdienst in der Pfarrkirche zelebriert, hiesige und auswärtige Feuerwehrangehörige waren in beeindruckender Mannschaftsstärke beim gemeinsamen Kirchgang vertreten. Erfrischend weltlich wagte Christian Heß, die Kraft der 286 Pferdestärken des HLF 20/16 mit der Stärke der Kronauer Feuerwehr zu vergleichen. In Rat und Tat der älteren Feuerwehrgeneration, dem Engagement der Führungs-, Einsatz- und Nachwuchskräfte und einem ganz besonderen Zusammenhalt, erkannte er eine Stärke, die keinerlei Vergleich zu scheuen braucht und das Kräftepotenzial des Fahrzeugs bei Weitem übersteigt. Derart bestärkt durften Kommandant Bernd Eder und seine Feuerkameradinnen und -kameraden den von Andras Heinzinger aus Giengen mitgebrachten, überdimensionalen symbolischen Fahrzeugschlüssel aus der Hand von Bürgermeister Jürgen Heß entgegennehmen. Florian Kronau 44 ist zuhause angekommen und offiziell in Dienst gestellt.

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Text: Armin Einsele Fotos: Andreas Henninger