Enorme Hitzeentwicklung in Brandcontainer fordert Feuerwehrleute

201011091131271_4835_jpgUm auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, muss man realitätsnah üben. Leider gestaltet es sich schwierig, Übungen mit echtem Feuer durchzuführen, um die Flammen gezielt bekämpfen zu können. Um diesem Missstand entgegen wirken zu können, hat die EnBW für die Feuerwehren im Land die Möglichkeit geschaffen, in soge-nannten mobilen Übungsanlagen zur Brandbekämpfung (MÜB) eine Heißausbildung absolvieren zu können. Mit dem Trainingsangebot in der EnBW-Brandschutzanlage leistet die EnBW einen konkreten Beitrag zur Optimierung der Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren. Dieser im Feuerwehrjargon genannte Brandcontainer stand vom 8. bis zum 20. November auf dem Festplatz gegenüber dem Feuerwehrgerätehaus.

Die mobile Übungsanlage ist auf einem Lkw-Auflieger verlastet und simuliert im etwa 20 m² großen Brandraum diverse gasbefeuerte Brandstellen. Der Einstieg erfolgt vom Dach des Containers aus. Bereits beim Öffnen der Luke dringt dichter Qualm aus dem Inneren der Übungsanlage. Die erste Schwierigkeit liegt darin, vom Treppenabgang einen Brand nach unten zu bekämpfen. Der so gelöschte Brandherd unter der Treppe flammt später immer wieder auf und simuliert so den Abschnitt des Rückwegs für die Einsatzkräfte. Die Einsatzlagen, die inszeniert werden können gehen vom Zimmer-, Treppen- oder Verteilerkastenbrand, Brand eines 20-kV-Verteilers, bis hin zum Gasleitungsbrand. Aber auch die Simulation des sogenannten  „flash-overs“ (Rauchgasdurchzündung) ist in dieser Anlage möglich. Dieser stellt eine der gefährlichsten Situationen dar, in die ein Trupp geraten kann. In  Sekundenbruchteilen muss dann reagiert werden, damit sich die Feuerwehrleute selbst vor der Flammenwand schützen können. Im Innenangriff ist es für die Einsatzkräfte überlebenswichtig, das Strahlrohr sicher zu führen, die Durchflussmenge und das Sprühbild korrekt einstellen zu können und Techniken zur Brandbekämpfung und zum Eigenschutz verinnerlicht zu haben. Nur so können Durchzündungen verhindert und Wasserschäden begrenzt werden. Um dies auch im Einsatzstress zu gewährleisten, wird dies immer wieder, und gerade auch im Brandcontainer, geübt.

Die körperliche Belastung bei der Heißausbildung ist nicht zu unterschätzen. Jeder Feuerwehrangehörige trägt in Form von Schutzkleidung,  Atemschutzgerät mit Maske, Strahlrohr und Schlauchleitung ca. 35 kg Ausrüstung mit sich. Die Temperaturen, die im Brandraum erreicht werden, sind mit denen eines ausgedehnten Zimmerbrandes vergleichbar und liegen zwischen 250 und 400 Grad Celsius. Aber nicht nur die körperliche Belastung ist enorm hoch. Die einsatztaktische Vorgehensweise, die jeder Atemschutzgeräteträger kennen und beherrschen muss, erfordert höchste psychische Konzentration.

Begleitet wird die Anlage durch speziell eingewiesene Feuerwehrleute, die vor Ort die Bedienung und Überwachung übernehmen. Über vier Kameramonitore werden die Übungsteilnehmer dabei überwacht. Ein Not-Aus-Schalter im Inneren des Brandraumes gewährleistet, dass die Einsatzteams die Gasflammen jederzeit abschalten können. Rund 20 Minuten dauert die Übung im Inneren des Brandcontainers. „Das ist kein Spaziergang, da kommt immer mal einer auch an seine Grenzen“, berichten die Ausbilder von der EnBW und von den verschiedenen Wehren. Dennoch zieht jeder einzelne Feuerwehrkamerad ein positives Fazit aus dieser schweißtreibenden Sonderübung.

Nahezu 150 Atemschutzgeräteträger aus dem Landkreis Karlsruhe haben die zwölftägige Stationierung der mobilen Übungsanlage in Kronau zum intensiven Training genutzt. Der Kronauer Kommandant Bernd Eder freute sich, dass sich seine komplette Atemschutzmannschaft die Zeit nahm und abends bzw. am Wochenende zusätzlich übte. Mancher sogar mehrfach. Bürgermeister Jürgen Heß zeigte sich von den technischen Möglichkeiten der Anlage begeistert – ebenso vom Engagement der Wehrleute. Ein besonderer Dank gilt der EnBW, den Organisatoren, den Bedienern und Ausbildern und allen Helfern rund um das Event „Brandcontainer“.

IMG_0312Brandcontainer_FlashOver

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IMG_0785