Dachstuhlbrand fordert ein Menschenleben

IMG_3508Sein Leben verlor bei einem Wohnhausbrand der Bewohner einer Dachgeschosswohnung in einem Mehrfamilienwohnhaus in Kronau. Die Freiwillige Feuerwehr Kronau wurde über die Feuerwehrleitstelle Karlsruhe kurz nach 1 Uhr in der Nacht zum Sonntag zu einem Wohnungsbrand alarmiert. Es gingen weitere Notrufe ein und die Anrufer meldeten auch, dass noch Personen im Gebäude vermisst wurden. Zur Unterstützung wurde sofort die Freiwillige Feuerwehr Bad Schönborn mit der Drehleiter und später auch mit weiteren Löschfahrzeugen hinzu alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrfahrzeuge an der Einsatzstelle waren die Flammen schon meterhoch über dem Dach des zweigeschossigen Gebäude sichtbar. Bis auf die Bewohner der Dachgeschosswohnung konnten von der Feuerwehr alle Personen gerettet werden. Eine fünfköpfige Familie wurde aus dem brennenden Gebäude geholt und in Sicherheit gebracht. Mehrere Trupps unter Atemschutz gingen in das Gebäude zur Menschenrettung und zur Brandbekämpfung vor. Über die Drehleiter der Wehr aus Bad Schönborn wurde ein weiterer Löschangriff von außen vorgetragen. Unter der Leitung von Kommandant Bernd Eder waren 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit sechs Löschfahrzeugen und einer Drehleiter an der Brandstelle im Einsatz. Mit mehreren Rohren konnte von der Feuerwehr ein Übergreifen des Brandes auf das benachbarte, direkt angebaute Gebäude verhindert werden. Nach dem Ablöschen des Brandes im Dachgeschoss konnte dort ein Bewohner entdeckt und ins Freie gebracht werden. Für diese Person kam jedoch jede Hilfe zu spät. Glücklicherweise befand sich ein weitere Bewohner, der lange Zeit als im Gebäude vermisst galt, zum Zeitpunkt des Brandes nicht in der Wohnung und kam erst im Verlaufe der Löscharbeiten nach Hause.

Die Arbeit des Rettungsdienstes wurde von Jürgen Weber als organisatorischer Leiter geleitet. Neben den Besatzungen von insgesamt sechs Rettungswagen waren der Leitende Notarzt Richard Spörri, eine Notärztin vom Krankenhaus Bruchsal und die Notfallhilfe Mingolsheim vor Ort. Es waren insgesamt zwanzig Rettungsdienstkräfte von DRK und Malteser Hilfsdienst an der Einsatzstelle tätig. Ein Ehepaar und seine drei Kinder wurden vor Ort von den Notärzten und dem Rettungsdienst ambulant versorgt.

Da die Wohnungen in dem Mietobjekt der Gemeinde Kronau nicht mehr bewohnt werden konnten, wurden die geretteten Personen auf Vermittlung der Gemeindeverwaltung bei Bekannten in Kronau untergebracht. Bürgermeister Jürgen Heß war an der Einsatzstelle vor Ort und koordinierte mit Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung die Unterbringung der Obdachlosen. Ebenfalls vor Ort machte sich der stellvertretender Kreisbrandmeister Jürgen Bordt ein Bild von den Tätigkeiten der Rettungs- und Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK, Malteser und Polizei. 

Die Polizei sperrte die Einsatzstelle mit insgesamt vier Streifenwagen und acht Beamten ab. Die Polizeikräfte kamen aus Bruchsal und vom Revier Bad Schönborn. Der Kriminaldauerdienst übernahm die Ermittlung der Brandursache, die derzeit noch nicht feststeht. An dem zweigeschossigen Gebäude brannte der Dachstuhl komplett aus und die Wohnungen sind nicht mehr nutzbar. Zur Betreuung des unverletzten Mitbewohners der Dachgeschosswohnung und der Einsatzkräfte waren ein Pfarrer als Notfallseelsorger und zwei Fachberater Seelsorger eingesetzt. Kräfte der Feuerwehren Mingolsheim und Kronau wurden im Laufe der Nachlöscharbeiten abgezogen, um nach einem Wasserrohrbruch in der Kronauer Schillerstraße einen massiv überfluteten Keller auszupumpen. Die umfangreichen Nachlöscharbeiten zogen sich noch bis in die Abendstunden des Montags hin, da die aufwändigen Ermittlungen zur Brandursache durch Spezialkräfte der Polizei erst am Montagnachmittag beendet und das Gebäude für die weiteren Maßnahmen der Feuerwehr freigegeben werden konnten. Um Zugang zu den einzelnen Glutnestern zu bekommen wurden mit einem Bagger schließlich Teile des Dachstuhls entfernt und Brandschutt abgetragen. Von der Bad Schönborner Drehleiter aus wurden immer noch glimmende Überreste von Zwischenwänden entfernt und abgelöscht.

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Text: gei/dim                                                                                                                   

Fotos: tor