Archiv für Oktober, 2011

Alles in Bewegung bei der Jahreshauptübung

„Alles ist in Bewegung“ lautet das Motto des Kindergartens St. Franziskus in Kronau. Viel in Bewegung war dort auch am vergangenen Freitag bei der Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Kronau. Obwohl Übungen in Kindergärten und Schulen für die Feuerwehren fast schon obligatorisch sind, war die diesjährige Jahreshauptübung in Kronau in vielerlei Hinsicht wichtig und er­kenntnisreich. Das während des regulären Be­triebs mit bis zu 60 Kindern und sieben Er­zieherinnen belegte historische Gebäude würde der Feuerwehr im Ernstfall eine schwierige Aufgabe zuweisen.

Das Szenario sah vor, dass es durch einen technischen Defekt in der Küche im ersten Obergeschoss zu einem Brand gekommen war. Dieser drohte bereits sich auch auf das Dachgeschoss auszubreiten. Aufgrund der starken Rauchentwicklung war den Kindern und Erzieherinnen der Fluchtweg über den Flur und das Treppenhaus sowie über den zweiten Rettungsweg versperrt. Sie flüchteten sich deshalb in verschiedene Räume und hofften auf ihre Rettung. Diese erfolgte dann auch sehr zielgerichtet. Das Hilfeleistungslösch­gruppenfahrzeug der Kronauer Wehr traf mit seiner Bestatzung am Einsatzort ein und machte sich sogleich mit zwei Atemschutz­trupps an die Personenrettung und Brandbe­kämpfung. Nach der Meldung der Erstangriffs­kräfte, dass die Flure und das Treppenhaus verqualmt und nicht passierbar seien, for­derte die Einsatzleitung die Feuerwehr Bad Schönborn zur Unterstützung an. Derweil führte die Besatzung des Tanklöschfahrzeugs die Menschenrettung über tragbare Leitern an der Gebäuderückseite durch. Parallel dazu wurde eine Riegelstellung zur Vermeidung ei­ner Brandausbreitung auf das Nachbargebäude aufgebaut. Mit dem Eintreffen der Drehleiter der Abteilung Langenbrücken konnten dann weitere fünf im Gruppenraum eingeschlossene Kinder gerettet und dem Rettungsdienst über­geben werden. In Millimeterarbeit steuerte die Drehleiter hierzu in der schmalen und oft durch PKW zugeparkten Straße das ret­tende Fenster auf der Frontseite des Objek­tes an. Die Atemschutztrupps der Kronauer Wehr brachten zeitgleich mehrere durch Fluchthauben geschützte Kinder aus dem Ge­bäude in Sicherheit. Währenddessen unter­stützten die weiteren Kräfte der Bad Schönborner Wehr ihre Kronauer Kameraden bei der Wasserversorgung und dem Aufbau einer weiteren Riegelstellung.

Rund 45 Minuten dauerte die Jahreshauptübung bei der sich eine Vielzahl Kronauer Bürge­rinnen und Bürger, darunter auch etliche Ge­meinderäte und Mitarbeiter der Gemeindever­waltung, ein Bild vom Leistungsvermögen ih­rer Feuerwehr machten. Die stellvertretenden Kreisbrandmeister Ullrich Koukola und Klaus Mayer wohnten der Übung ebenso bei wie Pfar­rer und Hausherr Bernd Kempf. „In diesem Ob­jekt steckt mehr, als es von außen vermuten lässt“, so Unterkreisführer Frank Dochat bei der anschließenden Übungsbesprechung im Feu­erwehrgerätehaus. Er bedankte sich bei allen beteiligten Kräften für die gute Zusammenar­beit. Eine Übung „wie aus einem Guss“ resü­mierte Bürgermeister Jürgen Heß im An­schluss. Auch er bedankte sich bei allen Einsatzkräften, darin eingeschlossen die Ka­meraden aus Bad Schönborn. Besonders be­grüßte er auch das Mitwirken der Jugendfeu­erwehr, die als eingeschlossene Kinder fun­gierten. „Schauen Sie in die Augen dieser Männer, sie können sich sicher fühlen“ gab das Ortsoberhaupt der ebenfalls anwesenden Kindergartenleiterin Bianca Hambsch ab­schließend mit auf den Weg.

Die Übung selbst brachte indes viele wich­tige Erkenntnisse. Unter anderem ist für das Durchkommen der großen Einsatzfahrzeuge die Mithilfe und Rücksicht aller Anwohner drin­gend erforderlich. Schließlich haben auch die Feuerwehrkameraden erneut erfahren, wel­che Knochenarbeit gerade für die Atemschutz­geräteträger im Einsatz hier zu leisten wäre. Dies zu üben machte also wirklich Sinn. Für eine hervorragende Bewirtung der Kamera­den und der Gäste hatte die rührige Alters­mannschaft gesorgt.                                                                                (Text: dim/Fotos: ah)

Koordinatenfahrt des Unterkreises Kraichgau

Neun Mannschaften nahmen am 25. September an der Koordinatenfahrt des Unterkreises Kraichgau teil. Diese sogenannte Weiterbildungsfahrt um den Alexander – Wüstum – Wanderpokal wird schon seit Mitte der 80er Jahre ausgetragenen und ist fester Bestandteil im Terminkalender der Feuerwehren. Gastgeber war die Kronauer Wehr, die den Pokal im vergangenen Jahr gewonnen hatte.

Bei diesem Wettkampf müssen mit Hilfe von speziellen topografischen Karten fünf verschiedene Punkte im Bereich des Unterkreises angefahren werden. Neben einer Gemeinschaftsaufgabe für die gesamte Gruppe muss sich jedes Teammitglied einer ganz speziellen Aufgabe stellen. Hierbei werden die Fachbereiche Gruppenführer, Atemschutzgeräteträger, Sprechfunker und Maschinist geprüft. So musste in diesem Jahr bei der Gemeinschaftsaufgabe eine Angriffsleitung auf Zeit und ohne Schlauchdreher verlegt werden. Weiterhin wurden diverse Feuerwehrknoten verlangt. Der Gruppenführer hatte einen ganzen Fragenkatalog auf Zeit abzuarbeiten. Im Bereich Atemschutz galt es, einen schriftlichen Test zu lösen und das richtige Vorgehen bei einer Türöffnung zu einem Brandraum zu demonstrieren. Auch der Sprechfunker sah sich mit einem Fragebogen konfrontiert. Dieser enthielt beispielsweise Aufgaben zu Funkrufnamen und Funkgeräten. Der Maschinist musste sein fahrerisches Können beim rückwärtigen Einparken des Löschfahrzeugs beweisen und Fragen zur Turbinentauchpumpe beantworten.

Bei der Gesamtwertung konnte sich dieses Jahr die Feuerwehr Münzesheim durchsetzen. Diese erhielt bei der durch Unterkreisführer Frank Dochat und Bürgermeister Jürgen Heß vorgenommenen Siegerehrung den Alexander – Wüstum- Wanderpokal. Die drei Erstplatzierten erhielten jeweils einen durch den stellvertretenden Kreisbrandmeister Klaus Mayer gestifteten Pokal.

Wettkampf der Jugendfeuerwehren

Am 25. September fand im Rahmen des diesjährigen Oktoberfests auch ein Wettkampf der Jugendfeuerwehren in Kronau statt. Bei angenehmen Temperaturen und strahlend blauem Himmel stellten sich die jungen Floriansjünger den fünf Stationen des Wettbewerbs. Die gestellten Aufgaben verlangten den Jugendlichen einiges an Geschicklichkeit, Wissen zu Erster Hilfe und feuerwehrtechnischem Wissen ab. Die Stationen boten sowohl praktische als auch theoretische Elemente. So musste beispielsweise ein Löschangriff aufgebaut und zielgerichtet in ein kleines Loch in einem Holzaufsteller in Form eines brennenden Hauses getroffen werden. Beim Parcour oder dem Bau eines Wasserwerfers war wiederum Geschicklichkeit und feuerwehrtechnisches Wissen gefragt. Das korrekte Absetzen eines Notrufs und die Vorführung einer stabilen Seitenlage bildeten die Elemente bei der Ersten Hilfe.  Insgesamt nahmen an dem Wettkampf über 20 Jugendliche teil. Bei der abschließenden Siegerehrung, die durch Bürgermeister Jürgen Heß und Kommandant Bernd Eder durchgeführt wurde, erhielt die Mannschaft aus Östringen den durch das Kronauer Ortsoberhaupt gestifteten Wanderpokal für den ersten Platz. Platz zwei und drei belegten die Jugendfeuerwehren aus Kirrlach und Menzingen, die ebenfalls Pokale, gestiftet von der Kronauer Feuerwehrkommandantur, überreicht bekamen.

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