Archiv für Mai, 2011

Polizeibericht zum Großbrand in Rheinsheim

Die von der Kriminalpolizeiaußenstelle Bruchsal geführten ersten Ermittlungen nach der Ursache des am frühen Donnerstagabend auf dem Gelände eines bitumenverarbeitenden Betriebes in der Huttenheimer Straße in Philippsburg-Rheinsheim ausgebrochenen Großfeuers haben keinerlei Anhaltspunkte auf Brandstiftung ergeben. Auch eine technische Ursache dürfte nach den von einem Brandsachverständigen des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg unterstützten Untersuchungen auszuschließen sein. Nach gegenwärtigem Stand könnte möglicherweise ein bei der Folienverpackung fertiger Bitumenbahnen entstandener Funke einen Schwelbrand auf einer in der Hallenmitte abgestellten Holzpalette ausgelöst haben. Von diesem Herd aus hatte sich ein Vollbrand entwickelt, der sich schließlich nahezu vollständig auf den mehrere tausend Quadratmeter großen überdachten Lagerbereich der Firma ausweitete und die offene Halle zerstörte.

Ein eingesetzter Beamter der Verkehrsüberwachung Karlsruhe erlitt am Donnerstagabend auf dem Firmengelände mittelschwere Verletzungen, als er von einem THW-Fahrzeug erfasst und zu Boden geworfen wurde. Der 39-jährige Polizeikommissar wurde vom Notarzt erstversorgt und kam anschließend mit Verdacht auf einen Knöchelbruch sowie Prellungen und einer Platzwunde zur stationären Behandlung in eine Klinik. Wie berichtet, waren Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei gegen 18.45 Uhr alarmiert worden. In der Folge wurde eine Vielzahl von Feuerwehrabteilungen aus dem gesamten Landkreis und der Stadt Karlsruhe wie auch aus der angrenzenden Südpfalz zum Brandort beordert. Bei der Bekämpfung des Feuers, das eine weithin sichtbare dunkle Rauchwolke verursachte, kamen bis zu 300 Feuerwehrleute zum Einsatz.

Fortwährende Messungen der Wehrmänner ergaben, dass die Wolke für Anwohner oder Passanten keine Gesundheitsgefahr darstellte. Gleichwohl riet die Polizei per Lautsprecherdurchsagen dazu, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Darüber hinaus wurden vom Ordnungsamt der Stadt Philippsburg entworfene Flugblätter mit Verhaltenstipps für die Bewohner der Straßenzüge rund um den Brandort verteilt. Der Zugverkehr auf der parallel zum betroffenen Firmengelände verlaufenden Bahnlinie wurde vorübergehend eingestellt. Die Strecke ist seit Freitagmorgen, 09.00 Uhr, wieder freigegeben.

Quelle: Fritz Bachholz, Polizeipräsidium Karlsruhe

Großbrand in Rheinsheim – Kronau mit zwei Fahrzeugen im Einsatz

Bei einem Großbrand im Philippsburger Stadtteil Rheinsheim sind seit dem frühen Donnerstagabend rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK, THW und Polizei im Einsatz. Gegen 18.45 Uhr war auf dem Gelände einer Baustofffirma in der Huttenheimer Straße ein Feuer im Lagerbereich ausgebrochen. Durch die großen Mengen dort gelagerter Dachpappe und Bitumen konnte sich das Feuer rasend schnell ausbreiten und griff auf weitere Lagerbereiche über. Das brennende Bitumen, das über das Firmengelände floss und zum Teil in die Kanalisation gelangte und an verschiedenen Stellen Kanaldeckel herausdrückte, wurden die Löscharbeiten erschwert. Zudem gab es eine enorme Hitzeentwicklung.
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr konzentrierten sich darauf, den angrenzenden Produktionsbereich und mehrere Tanks mit Bitumen und Flüssiggas zu schützen. Dabei kam eine große Zahl von Strahlrohren und Wasserwerfern zum Einsatz. Zudem wurden die Löscharbeiten mit den Wenderohren einer Drehleiter und eines Gelenkmastes unterstützt. Obwohl der Brand auf ein Produktionsgebäude übergegriffen hatte, gelang es durch ein gezieltes Vorgehen das betroffene Gebäude zu halten und ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Der Lagerbereich war freilich nicht mehr zu halten.
Um den enormen Wasserbedarf zu decken, wurde von dem nahegelegenen Schäfersee aus eine Wasserversorgung aufgebaut. Unterstützung kam von der Berufsfeuerwehr Karlsruhe mit Spezialgerät (Holland Fire System). Zudem kamen Einsatzfahrzeuge aus dem gesamten nördlichen Landkreis Karlsruhe sowie aus Rheinland-Pfalz (Germersheim, Bellheim, Ottersheim, Westheim, Lingenfeld, Wörth, Kandel) zum Einsatz. Vorsorglich wurde auch die Berufsfeuerwehr Pforzheim mit großen Mengen Schaummittel in Marsch gesetzt, die jedoch zunächst nicht zum Einsatz kamen. Im US-Depot in Germersheim stand eine Gefahrguteinheit bereit.
Da sich durch das brennende Bitumen eine starke Rauchsäule entwickelte, wurde frühzeitig die Bevölkerung aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zudem führte auf badischer Seite der Gefahrgutzug „Nord“ Messungen durch. Auf pfälzer Seite wurden in enger Absprache bis Neustadt Messungen auf verschiedene Stoffe durchgeführt. Diese ergaben jedoch keine gefährlichen Werte.
Der stellvertretende Kommanden Jochen Danner wurde von den Führungsgruppen benachbarter Feuerwehren und dem Führungsstab „West“ unterstützt. Daneben waren Bürgermeister Stefan Martus und Kreisbrandmeister Thomas Hauck sowie Bezirksbrandmeister Jürgen Link vor Ort.
Der Rettungsdienst war unter Führung des Leitenden Notarztes Dr. Richard Spörri und dem Organisatorischen Leiter Alexander Höß mit rund 50 haupt- und ehrenamtlichen Kräften im Einsatz. Rettungsdienstleiter Jo Wirth-Schäfer war ebenfalls vor Ort. Die DRK-Helfer sicherten die Einsatzkräfte ab und versorgten sie. Ein Polizeibeamter wurde angefahren und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Einsatzstelle wurde vom Technischen Hilfswerk ausgeleuchtet. Um das Löschwasser aufzunehmen, kamen früh Saugfahrzeuge zum Einsatz. Die Löscharbeiten werden sich bis Freitag hinziehen. Die Brandursache und die genaue Schadenshöhe sind noch unbekannt.

Quelle: Newsletter Kfv Karlsruhe