Archiv für September, 2010

Kronauer HLF in Deutschlands auflagenstärkster Fachzeitschrift für Feuerwehrleute

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Ausleuchten

Die Kronauer Wehr rückte gegen 22.45 Uhr zur nahe­gelegenen Mehrzweckhalle und dem benachbarten Rasenplatz des Fußballvereins aus. Dort musste aufgrund der Landung des Rettungshubschraubers aus Nürnberg der Bereich weiträumig ausgeleuchtet und durch das Blaulicht der Rettungsfahrzeuge kenntlich gemacht werden. Der Patient wurde schließlich ins Klinikum nach Langensteinbach geflogen, wobei die Kameraden der dortigen Wehr sofort nach dem Abflug des Hubschraubers in Kronau ihrerseits zum Ausleuchten alarmiert wurden.

Kronauer Wehr bei Weiterbildungsfahrt erfolgreichstes Team

Zehn Mannschaften aus den verschiedenen Abteilungen der Feuerwehren des Un­terkreises Kraichgau nahmen am Samstag an der diesjährigen Weiterbildungsfahrt um den Alexander-Wüstum-Wanderpokal teil. Gastgeber des Wettbewerbes war die Abteilung Mingolsheim der Feuerwehr Bad Schönborn. Neben der Kameradschaft soll mit der Veranstaltung auch der Wissens­stand der einzelnen Abteilungen weiter verbessert werden.

Wie schon in den Jahren zuvor galt es verschiedene Punkte im Bereich des Unter­kreises anzufahren, an denen die vierköpfigen Mannschaften verschiedene Aufga­ben zu lösen hatten. Die Gruppen setzen sich dabei aus dem Gruppenführer, einem Maschinisten, einem Sprechfunker sowie einem Atemschutzgeräteträger zusammen. Funktionen eigentlich, die von vielen Feuerwehrleuten in Personalunion verwirklicht werden könnten. Hier aber wurde jedes Mannschaftsmitglied mit einer eigenen Auf­gabenstellung konfrontiert. So musste der Maschinist beispielsweise beweisen, wie gut er sein Löschfahrzeug im Griff hat, indem er eine Geschicklichkeitsfahrübung absolvierte. Neben theoretischen Fragen sollte der Atemschutzgeräteträger an einem Pressluftatmer die Einsatzkurzprüfung zeigen und das Gerät möglichst schnell, aber dennoch korrekt anlegen. Handgriffe, die lebenswichtig sein können. In einer Ge­meinschaftsaufgabe sollten die Gruppenmitglieder die Rettung einer ins Eis einge­brochenen Person demonstrieren. Der Sprechfunker und der Gruppenführer hatten ihr Wissen bei theoretischen Fragen unter Beweis zu stellen, wobei letzterer zusätz­lich den Achterknoten vorführen musste.

In der Gesamtwertung konnte die Kronauer Mannschaft bestehend aus Gruppenführer Tobias Röth, Maschinist Bruno Edinger, Funker Christoph Ament und Atemschutzgeräteträger Klaus Kohl als bestes Team den Wanderpokal aus den Händen von Unterkreisführer Harald Hendel in Empfang nehmen.

Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Kronau

Jahreshauptübung am “schwierigen Objekt”

Die Jahreshauptübung der  Freiwilligen Feuerwehr Kronau galt einem der schwie­rigsten Objekte in der Gemeinde – dem Betreuten Wohnen. Nicht unbedingt die Brandbekämpfung ist hier die größte Herausforderung, es sind die zum Großteil in ihrer Mobilität eingeschränkten Senioren, die im Ernstfall gerettet werden müssen.

DLDas Szenario sah vor, dass bei Handwerkerarbeiten im Keller ein Brand ausgebro­chen war, der aufgrund seiner starken Rauchentwicklung bereits das gesamte Ge­bäude bis zum zweiten Obergeschoss verqualmt hatte. Der Gruppenführer des zu­erst an der Einsatzstelle eintreffenden Fahrzeugs verschaffte sich vor Ort einen Überblick. Die Pflegedienstleiterin Hilde Homann begleitete und versorgte ihn mit al­len relevanten Informationen. Es gibt 18 Wohneinheiten, vier Aufenthaltsräume und einen Wellnessbereich in dem großen und weitläufigen Gebäude. Einsatzleiter Bernd Eder rückte mit einer Mannschaft aus 31 Feuerwehrfrauen und –männern an. Nach der Meldung der Erstangriffskräfte, dass das Treppenhaus nicht passierbar sei und zudem mehrere Personen als vermisst galten, forderte er die Drehleiter und zwei weitere Löschfahrzeuge beider Abteilungen der Nachbarfeuerwehr Bad Schönborn an. Während die Schläuche ausgerollt und verbunden wurden, rückten Atemschutz­geräteträger vor. Bereits im Treppenhaus bewegten sie sich am Boden, denn durch den dichten Qualm sah man schon hier kaum die Hand vor Augen. Im Keller trafen sie auf die verletzten Handwerker, gespielt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr und des Jugendrotkreuz. Alle beide hilflos und bewegungsunfähig. Die Feuerwehrleute stülpten den in Not geratenen Fluchthauben über, eine lebenssichernde Maßnahme. Mittlerweile waren bereits die Bad Schönborner Kräfte an der Einsatzstelle einge­troffen und retteten mit der Drehleiter eine bewusstlose Person von einem Balkon im zweiten Obergeschoss. Weitere Atemschutzgeräteträger durchsuchten die Senioren­residenz nach Verletzten, während ein in Stellung gebrachter kraftvoller Lüfter den Rauch aus dem Gebäude blies.

Die Arbeit der Einsatzkräfte ging bis an die Belastungsgrenze. Auf dem Boden robb­ten die Feuerwehrleute und brachten die Verunglückten aus der Gefahrenzone. Draußen warteten die Mitglieder der Ortsgruppe des DRK, um die Menschen sofort dementsprechend zu versorgen.

224 Bewohner hat das Betreute Wohnen in Kronau, dazu 15 Bedienstete. „ Unsere primäre Aufgabe ist hier die Menschenrettung“, erläuterte der Übungskommentator und Feuerwehrmann Tobias Röth das Geschehen. „Das Betreute Wohnen ist durch die besondere Situation der Menschen für uns tatsächlich keine einfache Aufgabe, sondern ein schwieriger Einsatz.“

Eine Schrecksekunde, plötzlich knallte es unweit der Einsatzstelle. Ein Schaulustiger war mit seinem Pkw in eine Hauswand gefahren und musste aus dem Fahrzeug­wrack befreit werden. Auch dies war ein Szenario der Jahreshauptübung, das von den Kronauer Feuerwehrleuten in Zusammenarbeit mit dem Rüstwagen der Feuer­wehr Östringen zu bewältigen war.

Bei dieser Jahreshauptübung arbeiteten erfahrene Feuerwehrkollegen mit noch nicht so erfahrenen zusammen, im Ernstfall müssen alle „funktionieren“. Dann müssen die Handgriffe sitzen, es gilt volle Leistung zu bringen und Leben zu retten. Jede Übung macht dabei Abläufe selbstverständlicher, aber Routine braucht keiner. Sie ist eher gefährlich, denn es gibt keine Routine. Jeder Einsatz ist anders.

Rund 45 Minuten dauerte die Jahreshauptübung bei der sich eine Vielzahl Kronauer Bürgerinnen und Bürger ein Bild vom Leistungsvermögen der Floriansjünger mach­ten. Auch Unterkreisführer Harald Hendel wohnte der Übung bei, während sein de­signierter Nachfolger Frank Dochat die Einsatzleitung unterstützte. Selbstverständlich beobachteten Bürgermeister Jürgen Heß und etliche Gemeinderäte die Tätigkeiten der Feuerwehrleute.

Bei der anschließenden Übungsbesprechung im Feuerwehrgerätehaus dankte der Verwaltungschef allen Einsatzkräften, darin eingeschlossen die Kameraden aus Bad Schönborn und Östringen. „Es war eine wunderbare Übung und das Zusammenspiel hat gut funktioniert“ resümierte der Bürgermeister. Besonders begrüßte er auch das Mitwirken der DRK Ortsgruppe.

Für eine maximale Einsatzbereitschaft und Schlagkraft ist die interkommunale Zu­sammenarbeit wie sie von Kronau, Bad Schönborn und Östringen vorgelebt wird un­verzichtbar, wie nicht nur zurückliegende Einsätze bewiesen haben. Eines der Hauptziele der Übung, die Zusammenarbeit verschiedener Feuerwehren, ist sehr gut erreicht worden. Gleichzeitig haben die Helfer auch die Chance gehabt, mit dem Objekt besser vertraut zu werden. Die Erkenntnisse aus dem Übungsablauf sollen nun kurzfristig aufgearbeitet und umgesetzt werden.

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Text: Dirk Marterer               Fotos: Armin Einsele

Aktionswochenende der Jugendfeuerwehr

An einem Event der besonderen Art nahmen vom 27. bis zum 29. August insgesamt neun Kinder und Jugendliche der Kronauer Jugendfeuerwehr teil. Die Betreuer Christoph Ament, Corina Edinger und Marcel Kaiser hatten ein nicht alltägliches Erlebniswochenende für die jungen Floriansjünger geplant. Michelle Adler, Kevin Edinger, Ismail Güngör, Manuel Ittemann, Anna-Lena Marterer, Michaela Marterer, Kevin Moch, Jan Müller und Tim Reminder vertieften beim Aktionswochenende ihr Wissen und Können rund um die Feuerwehr. Natürlich kamen dabei auch Spiel, Spaß und somit die Stärkung der Kameradschaft nicht zu kurz.

Zu Beginn stand am Freitagabend auf dem Parkplatz der Mehrzweckhalle das Üben des richtigen Absicherns einer Einsatzstelle gegen den fließenden Verkehr auf dem Programm. Im Anschluss daran wurden die Aufgaben der einzelnen Trupps bei einem Löschangriff trainiert. Zurück im Gerätehaus bereiteten die Teilnehmer das Abendessen vor, um sich dann gemeinsam für die anstehende Nachtwanderung zu stärken. Kaum wollte man hierzu aufbrechen, erlebten die Kinder und Jugendlichen an diesem Wochenende das erste Mal was es heißt, Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau zu sein. Die Einsatzabteilung wurde zu einem Realeinsatz alarmiert und der Feuerwehrnachwuchs konnte die „Action“ im Feuerwehrhaus live miterleben. Eher ruhig ließ man dann nach so viel Trubel den Abend bei Karten- und Gesellschaftsspielen ausklingen.

SL383713Am Samstag stand nach dem gemeinsam zubereiteten Mittagessen ein Löschangriff auf dem Programm. Der Kronauer Lußhardtsee bot dann die Kulisse für eine weitere Übungseinheit. Aufgrund eines ganz besonderen Plans der Betreuer wurde die restliche Zeit des Samstags zum Großteil dafür genutzt, das schnelle Umziehen im Einsatzfall zu üben. Dabei gingen Christoph Ament und Marcel Kaiser mit gutem Beispiel voran und führten den erstaunten Beobachtern das Anlegen der Einsatzkleidung in nur wenigen Sekunden vor. Dadurch motiviert nutzten die Kinder und Jugendlichen zwischen den Spielen und dem Abendessen die Zeit für „Umziehübungen“. Dies sollte sich bald bezahlt machen, denn um 3 Uhr in der Nacht bekam der Feuerwehrnachwuchs dann zum zweiten Mal an diesem Wochenende am eigenen Leib zu spüren, was es heißt Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau zu sein. Unsanft durch eine Sirene geweckt wurde man zu einem Brandeinsatz zum Lußhardtsee alarmiert. Dass sich die vielfältigen Trainingseinheiten am Freitagabend und während des Samstags auszahlten, erkannten nun alle Beteiligten. Die „Einsatzkräfte“ waren in Sekundenschnelle zu ihren Spinden geeilt, um sich in einem Rekordtempo umzuziehen und mit dem Hilfeleistungslöschfahrzeug zum Ort des Geschehens zu fahren. Dort angekommen musste das Team den Brand eines Strohhaufens löschen. Dies wurde fast wie bei den Profis der Einsatzabteilung im Nu erledigt, so dass alle bald wieder zu ihrer wohlverdienten Nachtruhe im Gerätehaus zurückkehren konnten.

Der Sonntag startete nach dem gemeinsamen Frühstück mit der Besprechung der Abschlussübung. Bevor die Eltern am Nachmittag zu Kaffee und Kuchen eingeladen waren, fand das große Reinemachen der Küche und Aufenthaltsräume statt. Bei der Abschlussübung konnte man den Eltern dann eindrucksvoll beweisen, dass sich die Übungen gelohnt hatten und das Zusammenspiel aller Beteiligten durch die gestärkte Kameradschaft reibungslos funktionierte. Beim abschließenden Grillfest war sich der Feuerwehrnachwuchs dann einig darüber, dass sich die Teilnahme an diesem Aktionswochenende gelohnt hatte.

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